Die Bräutigame der Babette Bomberling

Als ich den Distelfink las, brauchte ich zwischendurch mal eine leichte und kurzweilige Ablenkung. Der wiederentdeckte Roman von Alice Berend war die perfekte Wahl, da auch noch hundert Jahre nach Veröffentlichung das Werk nicht an Aktualität und Witz verloren hat.

Das Setup: Babette die Titelheldin, ihre Mutter Anna zusammen mit ihrem Vater August seines Zeichens Sargfabrikant und der ältere Bruder Hermann als ewiger Student.

Der Ausgangspunkt: August brachte seine Familie aus ärmlichen Verhältnissen nach oben, sein Geschäft floriert im Berlin der Vorkriegszeit. Es gilt nun die Tochter wirtschaftlich lohnend zu verheiraten, dieses Vorhaben ist jedoch durch zahlreiche Wendungen und Pointen gespickt.

Das Ende kommt dann weniger überraschend, was dem Lesespaß aber in keinster Weise einen Abbruch tut. Natürlich ist das Ehebild, das Bild von vor 100 Jahren, umso mehr gefällt dann die eigenwillige Babette die den Männern (wenn auch nur vorübergehend) abschwört und sich der Fabrikarbeit zuwendet.

Mit scharfer Zunge zeichnet Berend das Milieu dieser Zeit und niemand bleibt verschont. Der besondere Stil, zeichnet sich für mich dadurch aus, dass sie all die Heucheleien, den falschen Stolz und Eitelkeiten der Figuren so auf die Spitze treibt das man wirklich ein paar mal laut auflachen muss und dennoch erkennt man diese Schwächen in jeden von uns.

Am Ende ist ein Plädoyer für eine Heirat aus Liebe und dem Entsagen gesellschaftlicher Normen und dem Druck stets eine gute Partie abgeben zu müssen. Wer einen leichten und beschwingten Read sucht ist mit diesem Büchlein bestens bedient.

Gesamtbewertung: 4/5

Hier gibt das Buch:

https://www.buchhandlung-kleingedrucktes.de/shop/item/9783932338519/die-brautigame-der-babette-bomberling-von-alice-berend-kartoniertes-buch

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